Die Tanzschule früher
Die Tanzschule früher war ein “Institut”. Tanzschritte und vor allem Umgangsformen wurden gelehrt, um „in die Gesellschaft eingeführt werden zu können. “Anstand lernen” war aus Sicht der Eltern für die Jugend wichtig. Es war in den Kursen formelle Kleidung vorgeschrieben. Vor allem aber gab es fast ausschließlich Jugendkurse.
Alisch früher - Entwicklung
1945 gründete Friederike Alisch in Groß-Umstadt ihre erste Tanzschule. Friederike stammt aus einer Notarsfamilie in Darmstadt, absolvierte eine Ausbildung in Tanz und Gymnastik an der Laban-Schule und arbeitete danach in verschiedenen Theatern mit Engagements in Darmstadt und Köln. Nach der Zerstörung des Elternhauses im Krieg zog sie ins Haus der Großeltern nach Groß-Umstadt, und begann in umliegenden Gemeinden, in Gasthäusern und Gemeindesälen Tanzunterricht zu geben. Sie war sehr erfolgreich, erweiterte ihr Einzugsgebiet 1952 auf den Raum Seligenstadt und zog mit der Tanzschule schließlich 1958 nach Aschaffenburg um. Im Hopfengarten fand im September 1958 der erste Tanzkursus mit 7 Paaren statt.
Sohn Henner trat 1962 nach Ausbildung und Tanzlehrerprüfung in Hamburg in die Tanzschule seiner Mutter ein, die gerade in den Ratskeller umzog. Friederike Alisch gründete den Tanzclub Schwarz-Gold, der im Ratskeller von Henner Alisch unterrichtet wurde. Zu dieser Zeit ergab sich der erste Kontakt zwischen Henner und Helga. 1963 wagten Friederike und Henner die Einrichtung der ersten eigenen Tanzschulräume im 6. Stock des Hypo–Hauses. In diesem neuen Domizil kamen dann die ersten Schülerkurse aus Aschaffenburger Schulen zustande. Der allererste Schülerkursus kam aus dem Kronberg-Gymnasium.
1964 schloss Helga die Maria Ward Schule mit dem Abitur ab. Die beiden verlobten sich sofort und Helga startete Ihre Tanzlehrerausbildung in Hamburg, die sie mit der Prüfung 1966 beendete. 1967 feierte man Hochzeit in der Stiftsbasilika in Aschaffenburg.
Zu Beginn Ihrer gemeinsamen Tanzlehrerlaufbahn starteten die beiden parallel eine Profi-Tanzkarriere – bestes Ergebnis war der 6. Platz der Deutschen Latein-Meisterschaften. Die Familiengründung begann 1968 mit der Geburt der ersten Tochter Yvonne. Das bedeutete zugleich das Ende der Profi-Tanzkarriere. Bekanntheitsgrad der „Alischs“ wuchs durch sehr viele Showtanz-Engagements. Sie tanzten auf vielen Bällen ihre Shows, leiteten über viele Jahre den Suppenschulball und tanzten unter anderem auch 1965 im Casino bei einem Ball der Amerikaner. Über mehrere Jahre waren sie in allen Tanzschulferien als Schiffstanzlehrer auf vielen Luxuslinern in der ganzen Welt unterwegs. Sehr erfolgreich mit Unterricht und Shows bereisten sie auf der „Bremen“, der „Europa“ und der „Berlin“ die halbe Welt. Der familiäre Tanzschulbetrieb entwickelte sich stetig. Nach 5 Jahren im Hypo-Haus herrschte akuter Platzmangel. Deshalb gab es 1968 einen Umzug ins Geissler-Haus. Der Aufschwung hielt an und die Tanzschule Alisch zog nach 6 Jahren 1974 wieder um – dieses Mal ins Luitpold-Parkhaus. Friederike übertrug die Leitung der Tanzschule an Henner und Helga und zog sich vom aktiven Unterricht zurück. 1975 bekam die junge Familie Zuwachs mit der 2. Tochter, Nicole. 1979 wurde Sohn Moritz geboren.

